{"id":169,"date":"2017-09-06T19:06:22","date_gmt":"2017-09-06T18:06:22","guid":{"rendered":"http:\/\/sebastianschaper.net\/?p=169"},"modified":"2017-09-06T19:06:22","modified_gmt":"2017-09-06T18:06:22","slug":"neue-vr-bankcards-girocard-kontaktlos-ohne-v-pay-kontaktlos","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/sebastianschaper.net\/index.php\/archives\/169","title":{"rendered":"Neue VR-Bankcards: girocard kontaktlos ohne V-PAY kontaktlos?"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem bereits vor einigen Jahren bekannt wurde, dass die Volks- und Raiffeisenbanken die bundesweite Einf\u00fchrung von girocards mit kontaktlos-Schnittstelle beschlossen haben, zog vor kurzem auch meine Bank nach: Bereits in den Wochen vor der Auslieferung wurden Kunden \u00fcber einen Hinweis im Online-Banking informiert, u.a. dar\u00fcber, dass die Kontaktlos-Schnittstelle zun\u00e4chst inaktiv sei.<\/p>\n<p>Diese solle jedoch automatisch beim ersten Einsatz der Karte am POS oder Geldautomaten aktiviert werden &#8211; es geht hier also anscheinend tats\u00e4chlich eher um einen Schutz vor Erkennbarkeit des Inhalts der ansonsten neutralen Briefsendung auf dem Transportweg als um eine potentielle Paranoia-Linderungsma\u00dfnahme gegen\u00fcber dem zuk\u00fcnftigen Karteninhaber. Dennoch soll dieser die M\u00f6glichkeit haben, die kontaktlos-Funktion am Geldautomat der eigenen Bank jederzeit zu de- bzw. reaktiveren.<\/p>\n<p>Und tats\u00e4chlich antwortet die Karte im Auslieferungszustand in keinster Weise auf ein angelegtes ISO 14443-Feld &#8211; es ist nicht nur die Zahlungsfunktion deaktiviert, sondern wirklich die physische Kontaktlos-Schnittstelle.<\/p>\n<p>Wenn nun die eigene Neugier nicht bis zum n\u00e4chsten Geldautomaten- oder Supermarkt-Besuch warten kann, wird eben kurzerhand ein altes POS-Terminal aus der Bastelkiste gekramt, und siehe da: Es bedarf &#8211; wie erwartet &#8211; tats\u00e4chlich nicht einmal einer erfolgreich abgeschlossen Transaktion, um das Kontaktlos-Interface zu aktivieren; vielmehr geschieht dies bereits bei einer aufgrund nicht zustande gekommener Internetverbindung abgebrochenen Zahlung (die Kunst liegt am ehesten noch darin, das Terminal zun\u00e4chst per DHCP-Lease davon zu \u00fcberzeugen, dass theoretisch eine Online-Verbindung realisierbar w\u00e4re, um ein Fallback auf ELV-Offline mit Magnetstreifen zu verhindern)&#8230;<\/p>\n<p>Weiterhin wird seitens der Volksbank darauf hingewiesen, dass die neue Karte nun nicht mehr \u00fcber die GeldKarte-Funktion verf\u00fcgt. Dies erkl\u00e4rt wohl auch den missgl\u00fcckten Ladeversuch meiner bisherigen Karte am Geldautomat noch vor einigen Wochen (&#8220;Sie sind zu dieser Funktion nicht berechtigt&#8221;), und auch die Online-Aufladung \u00fcber <a href=\"http:\/\/girogo.de\">girogo.de<\/a> unterst\u00fctzt nun explizit nicht mehr die Aufladung von Karten der genossenschaftlichen Institute. Inzwischen ist sogar die erfolgreiche Durchf\u00fchrung einer kostenlosen Testladung in H\u00f6he von einem Cent Voraussetzung, um den Service nutzen zu k\u00f6nnen. Anscheinend hat man hier bereits gro\u00dffl\u00e4chig begonnen, die technische Infrastruktur der GeldKarte im Hintergrund soweit zur\u00fcckzubauen, dass man sich auch bei EURO Kartensysteme (als technischem Dienstleister der Deutschen Kreditwirtschaft) nicht mehr ganz sicher ist, was nun noch funktioniert und was nicht. Immerhin: Von der Frankfurter Sparkasse ausgegebene kontaktlose girogo-Karten sind weiterhin \u00fcber <a href=\"http:\/\/geldkarte-shop.de\">geldkarte-shop.de<\/a> erh\u00e4ltnlich und k\u00f6nnen nach wie vor online geladen sowie an allen GeldKarte- und girogo-Akzeptanzstellen eingesetzt werden.<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise ging es den Volksbanken auch darum, keine Verwirrung am POS zu stiften, wenn das Terminal bei kontaktloser Zahlung ungefragt das geladene GeldKarte-Guthaben verwendet bzw. girogo als erstbeste kontaktlose Zahlmethode erkennt, dann aber aufgrund fehlenden Guthabens den Vorgang abbricht.<\/p>\n<p>So ist <code>DF_BOERSE<\/code> kontaktlos nicht vorhanden, jedoch l\u00e4sst sich kontaktbehaftet immernoch ein <code>EF_BETRAG<\/code> in H\u00f6he von 0,00 Euro auslesen. Das maximale Guthaben ist wie \u00fcblich beschr\u00e4nkt auf 200 Euro, die maximale H\u00f6he eines Ladebetrags jedoch auf 0,00 &#8211; womit die GeldKarte technisch zwar nicht entfernt aber zumindest effektiv deaktiviert ist.<\/p>\n<p>Es finden sich somit insgesamt nur zwei Akzeptanzlogos auf der Karte: girocard und V-PAY.<\/p>\n<p>Gerade einmal <a href=\"https:\/\/www.visaeurope.ch\/de\/media\/images\/v_pay_today_summer_08_ge-59-642.pdf\">neun Jahre nach Ausgabe der ersten Debitkarten mit kontaktloser V-PAY-Funktion<\/a> durch eine italienische Bank scheint man nun also auch in Deutschland bereit zu sein&#8230;<\/p>\n<p>Wie dem auch sei, funktioniert hat die erste Zahlung bei Aldi Nord jedenfalls nicht.<\/p>\n<p>Das Terminal akzeptiert die Karte (ohne PIN) und baut zun\u00e4chst ordnungsgem\u00e4\u00df eine online-Verbindung auf, worauf die Zahlung mit &#8220;Systemfehler&#8221; abbricht. Kontaktbehaftet funktionierte es dann problemlos (die erste Vermutung bestand somit darin, dass die AID f\u00fcr girocard in der kontaktlosen Variante zwar vom Terminal, aber noch nicht vom Acquirer akzeptiert w\u00fcrde).<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich wunderte ich mich schon im voraus, ob auf dem Kundenbeleg hinterher wohl &#8220;girocard&#8221; stehen w\u00fcrde, oder stattdessen ein Fallback auf V-PAY stattfindet. Die Karte unterst\u00fctzt laut Aufdruck schlie\u00dflich V-Pay, und die AID <code>A0000000032020<\/code> l\u00e4sst sich auch \u00fcber die kontaktlose Schnittstelle problemlos selektieren.<\/p>\n<p>Schaut man sich dagegen den Inhalt des <code>PPSE<\/code> an, tauchen dort nur 3 AIDs auf:<\/p>\n<p><code>A00000005945430100\t\/\/ Girocard Electronic Cash<br \/>\nA0000003591010028001\t\/\/ Girocard EAPS<br \/>\nD27600002547410100\t\/\/ Girocard ATM<\/code><\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich steht es einem Terminal nat\u00fcrlich frei, unabh\u00e4ngig vom PPSE auch wahllos andere AIDs durchzuprobieren, dennoch frage ich mich, warum V-PAY hier nicht enthalten ist. Somit w\u00e4re fraglich, ob die kontaktlose Zahlung im Ausland \u00fcberhaupt funktionieren w\u00fcrde, oder die Karte weiterhin gesteckt werden muss (sofern man denn \u00fcberhaupt einen H\u00e4ndler gefunden hat, der international nicht nur Maestro akzeptiert).<\/p>\n<p>Kontaktbehaftet lief die Transaktion jedenfalls \u00fcber die AID <code>A0000003591010028001<\/code>.<\/p>\n<p>Zweiter Versuch bei Rewe: Hier sind die notwendigen Terminals (Ingenico IPP 350) schon seit Jahren vorhanden, irgendwann wurde die kontaktlos-Funktion dann aber abgeschaltet (vermutlich weil zuviele gleichgesinnte damals ebenfalls erfolglos versucht hatten, mit einer Mastercard zu zahlen, die kontaktbehaftet problemlos akzeptiert wird).<br \/>\nIch bitte also darum, &#8220;mit Karte&#8221; zu zahlen (die Diskussion dar\u00fcber welche Zahlm\u00f6glichkeiten denn genau unterst\u00fctzt w\u00fcrden spare ich mir aufgrund entsprechender Erfahrungen aus der Vergangenheit) &#8211; und werde um meine Karte gebeten.<br \/>\nIch stelle fest, dass ich gerade ebensowenig Interesse daran habe, vor Ort auszudiskutieren inwieweit das denn genau &#8220;nur zu meinem Schutz&#8221; diene, w\u00e4hrend die Banken doch gerade das nicht-aus-der-Hand-geben als zus\u00e4tzliche Verbesserung der Sicherheit und Hygiene propagieren. Die Dame an der Kasse betrachtet jedenfalls die Unterschrift auf der R\u00fcckseite und dr\u00fcckt schlie\u00dflich die Karte mit mehreren Fingern fest auf das Display, als w\u00fcrde sie diese fotokopieren wollen. Das Terminal bittet mich trotz des Betrags unterhalb von 25 Euro um Eingabe der PIN.<br \/>\nAuf dem Beleg steht dann auch girocard kontaktlos.<\/p>\n<p>Dritter Versuch: Nun klappt es auch bei Aldi, allerdings ebenfalls mit PIN-Eingabe.<br \/>\nAuf dem Beleg ist wieder die AID <code>A0000003591010028001<\/code> angegeben.<\/p>\n<p>Die Bank verlangt laut Info-Flyer auch unter 25 Euro hin und wieder eine PIN-Eingabe (angeblich erst ab 100 Euro Umsatz bzw. einer bestimmten Anzahl Transaktionen ohne PIN-Pr\u00fcfung), vermutlich war dies dann auch der Grund, warum es beim ersten Versuch nicht klappte (bei der ersten erfolgreichen Transaktion muss es wohl auch ein <code>CDOL<\/code>-Update gegeben haben!?), oder es bedurfte auch seitens der Bank erst irgendeiner Initialisierung, die durch das einseitige Aktivieren der Kontaktlos-Schnittstelle nicht erfolgte.<\/p>\n<p>Zusammenfassend l\u00e4sst sich also feststellen: Die Notwendigkeit einer PIN-Eingabe bei Aldi werde ich zun\u00e4chst noch weiter beobachten, im Zweifelsfall bleibt es eben wie bisher bei der nicht-genossenschaftlichen Mastercard, wenn meine Bank das so m\u00f6chte. Bei anderen Superm\u00e4rkten (die durch gewohnt inkompetentes Personal auffallen) bleibt es ohnehin bei Bargeld, was auch immernoch schneller ist, wenn ich ohnehin erst etwas aus dem Portemonnaie herauspulen muss.<\/p>\n<p>Immerhin: Vielleicht sorgt die steigende Akzeptanz in der Bev\u00f6lkerung ja zuk\u00fcnftig f\u00fcr weniger irritierte Blicke an den Kassen.<\/p>\n<p>Wozu die Karte \u00fcbrigens einen Magnetstreifen hat, erschlie\u00dft sich mir so langsam wirklich nicht mehr. Wahrscheinlich liegt es an den Geldautomaten, die nach wie vor keine Karten mit besch\u00e4digtem Magnetstreifen akzeptieren!?<br \/>\n(Wer dieses Vergn\u00fcgen bereits hatte, oder z.B. auch nur spa\u00dfeshalber das Guthaben einer kontoungebundenen GeldKarte pr\u00fcfen m\u00f6chte, wird sich unter Umst\u00e4nden wundern, diese nur wenige Millimeter tief hineinschieben zu k\u00f6nnen&#8230;)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem bereits vor einigen Jahren bekannt wurde, dass die Volks- und Raiffeisenbanken die bundesweite Einf\u00fchrung von girocards mit kontaktlos-Schnittstelle beschlossen haben, zog vor kurzem auch meine Bank nach: Bereits in den Wochen vor der Auslieferung wurden Kunden \u00fcber einen Hinweis im Online-Banking informiert, u.a. dar\u00fcber, dass die Kontaktlos-Schnittstelle zun\u00e4chst inaktiv sei. 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